Win-Win-Situation für den Waldumbau

Die Fünftklässler Armina, Katharina, Emma, Julian, Eleni und Fynn haben sichtbar Spaß beim Pflanzen.

Win-Win-Situation für den Waldumbau

„Wir sorgen dafür, dass hier ein Mischwald entsteht. Die Bäume, die wir jetzt pflanzen, brennen nicht so leicht und speichern mehr Wasser“, sagt der elfjährige Fynn bei der Baumpflanzaktion am Fercher Weg in Beelitz. Beim Pflanzauftakt des Jahres am Freitag, den 26. Januar bringen er und rund 40 Mitschüler der 5. und 6. Klasse der Diesterweg-Grundschule mehr als 1.000 junge Buchen in den Beelitzer Waldboden.

Stadtförster Martin Schmitt koordiniert die Aktion, die von der Bürgerinitiative Naturwald und der Beelitzer Ortsgruppe des Nabu unterstützt wird. Die jungen Buchen wachsen unter den Kiefern heran, sodass ein Mischwald entsteht.

Der Kiefernbestand vor Ort ist aufgelockert, sodass die jungen Laubbäume genügend Licht bekommen. „In den kommenden Jahren werden auch Birken, Ahorn oder Eichen hier aufwachsen, deren Samen durch den Wind verteilt werden. Auch sie bekommen nun genügend Licht. Der Kiefernbestand wird weiter verringert, während die Laubbäume aufwachsen“, sagt Stadtförster Martin Schmitt. In den kommenden Wochen leitet er die Schüler der Region gemeinsam mit seiner Frau Kaya Triebler und Mitgliedern der Bürgerinitiative Naturwald an. Viele tausend junge Laubbäume werden sie unter dem Motto „Mission Mischwald“ in den Boden bringen. Unterstützung gibt es auch von der Ortsgruppe Beelitz des Naturschutzbundes Deutschland.

Die Schüler pflanzten zunächst auf einem zwei Hektar großen umzäunten Waldstück. Der Zaun sorgt dafür, dass die jungen Bäume nicht sofort von Rehen abgeknabbert werden. Das Waldstück grenzt direkt an die Brandfläche des Jahres 2022. Auch dort wird künftig nachgepflanzt. Die Arbeiten sind Ausgleichsmaßnahmen für Baumfällungen im Potsdamer Ortsteil Krampnitz und dadurch zu hundert Prozent gefördert. „Das ist eine Win-Win-Situation: Es wird nötiger Wohnraum geschaffen, und die Ausgleichsmaßnahmen beschleunigen den Waldumbau“, so der Stadtförster. Und gleichzeitig dient das Projekt der Umweltbildung, gefördert mit 3.000 Euro von der Aktion Brandenburg.

Einige der Schüler waren bereits im Vorjahr bei einer ähnlichen Pflanzaktion dabei. Für die Umweltbildung seien solche Termine im Wald extrem wichtig, da die Kinder so in direkten Kontakt mit der Natur kommen, sagt Lehrerin Katrin Päpke. „Wir sind dann im Sommer wieder zur Fläche gewandert. So haben die Schüler sehen können, was sich hier in einem halben Jahr verändert und erleben die Natur direkt.“ Auch am Freitag im Januar sind Spinnen, vereinzelte Fliegen oder Mücken von den Kindern bewunderte Waldbewohner. Über das ganze Jahr hinweg wollen Kaya Triebler und Martin Schmitt nun unterschiedliche Aktionen anbieten, bei denen die Kids auch das Lesen von Tierspuren und viele andere nützliche Dinge lernen sollen.