Gesundheitsbuddys helfen dabei, eigenständig zu leben

Karola Elze möchte mehr Menschen animieren, Gesundheitsbuddy zu werden. Ihre Gruppe trifft sich jeden Montag in Fichtenwalde.

Gesundheitsbuddys helfen dabei, eigenständig zu leben

Sich die Schuhe selbst zubinden oder im Sitzen die Beine übereinanderschlagen: Es gibt Bewegungen, die vielen Menschen im Alter immer schwerer fallen und zum Teil sogar unmöglich werden. Im Alltag wird die Bewegung unsicherer, viele ältere Menschen ziehen sich deshalb immer weiter zurück. Doch das muss nicht sein, weiß Karola Elze: Die Fichtenwalderin ist ehrenamtlicher Gesundheitsbuddy, leitet jeden Montag um 10 Uhr eine Gruppe im Hans-Grade-Haus und macht mehrmals pro Woche Hausbesuche bei Menschen mit Bewegungseinschränkungen.

Was bieten Gesundheitsbuddys den Senioren?

„Es geht darum, von Kopf bis Fuß alle Gelenke beweglich zu halten. Die Menschen sollen so lange wie möglich eigenständig leben können. Dabei kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz, wir machen alles spielerisch“, sagt Karola Elze. Ihr Angebot ist ein Übergang für alle, die keinen Seniorensport mehr machen können, die Beweglichkeit aber trotzdem erhalten oder verbessern wollen. „Wir wollen den Menschen so lange wie möglich ein eigenständiges Leben zu ermöglichen.“

Ein Problem ist Karola Elze zufolge jedoch, dass viele ältere Menschen nicht merken, dass sie Bedarf haben. „Sie denken, dass sie sich ja regelmäßig im Garten bewegen. Dabei machen sie da vielleicht sogar die falschen Bewegungen“, gibt die Fichtenwalderin zu bedenken.

Das Reinschnuppern in die Gruppe, bei der mit Terrabändern, Bällen und anderen Geräten die Gelenke in Schwung gehalten werden, ist kostenlos. Für alle weiteren Treffen kommt ein Beitrag von fünf Euro der Vereinsarbeit der Gesundheitsbuddys zugute. Noch gibt es Gruppentreffen nur in Fichtenwalde. Sollten mehrere Interessenten auch aus der Beelitzer Kernstadt oder nahen Ortsteilen sich melden, können auch hier regelmäßige Treffen stattfinden. Die Stadt würde wie schon in Fichtenwalde nötige Räume kostenlos zur Verfügung stellen.

Hausbesuche sind ebenfalls möglich und kosten 13 Euro. Wer über einen Pflegegrad verfügt, kann sie von der Krankenkasse übernehmen lassen. Die Übungen finden überwiegend im Sitzen statt. „Ich betreue auch einen Hundertjährigen, der im Rollstuhl sitzt und trotzdem beweglich bleiben will.“

Wie wird man Gesundheitsbuddy?

Derzeit ist Karola Elze der einzige Gesundheitsbuddy in Beelitz. In Potsdam, Potsdam-Mittelmark und dem Havelland sind es insgesamt 95. Die Fichtenwalderin hat sich vor fünf Jahren hat sich Karola Elze zum Gesundheitsbuddy ausbilden lassen und hofft nun auf weitere Mitstreiter. Der Kurs bei einer Gerontologin ist für Mitglieder des Vereines „Selbstbewusst Altern in Europa e.V.“ kostenlos, die Vereinsmitgliedschaft kostet jährlich 15 Euro. Die Ausbildung findet in Potsdam statt. Sollten sich mindestens fünf Interessenten melden, kann sie auch in Beelitz angeboten werden.

„Es macht einfach Spaß, zu sehen, wie die Menschen aufblühen. In Fichtenwalde sind wir jede Woche acht Teilnehmer. Man trifft sich, tauscht sich aus und tut dabei etwas für die Gesundheit“, beschreibt Karola Elze die Motivation.

Wer Interesse hat, sich zum Gesundheitsbuddy ausbilden zu lassen oder gemeinsam mit Gelichgesinnten gern auch in Beelitz Bewegungskurse besuchen würde, kann sich bei Karola Elze unter der 033206 20300 melden. Auch Sportvereine, die ein ähnliches Angebot mit aufnehmen wollen, können sich hier Rat holen.