„Man spürt hier sofort: Beelitz gehört zusammen!“

„Man spürt hier sofort: Beelitz gehört zusammen!“

Rita Feldmeier über das Gefühl auf der Freilichtbühne und ihre Freude auf die Festspiele

Frau Feldmeier, Sie stehen bei den diesjährigen Beelitzer Festspielen zum 1. Mal auf der hiesigen Freilichtbühne. Musste Ihr Ehemann Achim Wolff, der schon zum dritten Mal bei der Festspielproduktion mitwirkt, Sie lange überzeugen?

Nein, da stand Gemeinsamkeit an erster Stelle. Wir hatten beide Lust, das zu machen! Ich habe die Festspiele als Zuschauerin auch gesehen und war von der Bühne wirklich fasziniert. Sie ist toll gebaut und hat eine großartige Technik. Man ist ganz nah an den Darstellern und hat trotzdem über die ganze Breite alles im Blick. Und die Menschen ringsherum haben eine selbstverständliche Wärme. Das macht Spaß, mittendrin zu sitzen. Hier in Beelitz herrscht wirklich eine liebevolle Atmosphäre. Man spürt sofort: Beelitz gehört zusammen! Und man spürt auch, dass die Menschen denken: Das ist unser Beelitz, und jetzt sind wir hier bei diesen Festspielen und wir sind stolz darauf! Ich selbst fühle nicht unbedingt Lokalpatriotismus, da ist es schön, dass hier in Beelitz mitzuerleben.

           

Hier in Beelitz spielen Sie und Achim Wolff ja zwei Rollen, zwischen denen sich eine Liebesbeziehung anbahnt. Ist das schwer mit jemandem zu spielen, mit dem man seit 45 Jahren verheiratet ist?

Überhaupt nicht. Wir sind in dem Moment Kollegen. Zuhause tauscht man sich natürlich auch aus und überlegt zusammen, wie man das glaubhaft machen kann. Beide Rollen haben ja nicht so viel Text. Da schauen wir schon, wie man diese sich anbahnende Beziehung gut rüberbringen kann. Es werden auch beim Essen mal Ideen besprochen, die wir am nächsten Morgen dann dem Regisseur vorschlagen.

estspiel_Maxe Baumann

Die Proben laufen seit Freitag. Wie schätzen Sie die Atmosphäre ein: Ist es eher streng, oder wird bei der Komödie auch bei den Proben viel gelacht?

Wir gehen mit Ernsthaftigkeit und auch mit Spaß heran. Wir wollen die Dinge locker sehen, aber trotzdem Verantwortung dafür tragen, was wir hier machen. Die Menschen kommen schließlich nachher her und zahlen Geld dafür. Da können wir ja jetzt nicht nur unseren Spaß machen – sondern wir wollen den Spaß für die Leute machen. Dieser Verantwortung muss man gerecht werden.

Ein Großteil des Publikums kennt Sie aus Fernsehrollen etwa beim Tatort, dem Polizeiruf 110 oder der SOKO. Sie waren aber auch hier in der Region immer wieder auf Theaterbühnen etwa am Hans-Otto-Theater. Was steht derzeit neben den Beelitzer Festspielen im Fokus?

Ich bin ja hauptsächlich Theaterschauspielerin und war 47 Jahre am Stück an Theatern engagiert. Zwischendurch habe ich auch gedreht, gerade zu Ostzeiten sehr viel. Ich habe bei vielen Polizeiruf-Folgen mitgemacht, aber auch drei Defa-Filme. Der wichtigste Film war sicherlich „Die Architekten“, dazu erhalte ich heute auch noch Anfragen zu Filmgesprächen. Zu Ostzeiten hat man das Theater und die Filmdrehpläne gut kombinieren können. Das war zwischenzeitlich dann schwieriger und abgeebbt. Seit 2020 bin ich Rentnerin. Jetzt fängt es wieder so richtig an mit den Filmanfragen und ich drehe mehr, als dass ich Theater spiele. Ich habe dieses Jahr schon in fünf Produktionen mitgespielt, für den Herbst sind zwei weitere in Aussicht.

Und was ist Ihnen persönlich lieber: Die zumeist ernsteren Rollen im Fernsehen oder die gern auch lockere Unterhaltung auf der Bühne?

Ich spiele beides wirklich gern und habe eigentlich alles gespielt: Komik, Dramatik, auch Gesang. Ich stehe ja auch mit einem Marlene-Dietrich-Abend auf der Bühne. Mich kann eigentlich nichts mehr überraschen. Es ist immer wieder eine neue Herausforderung! Aber das Genre ist mir ehrlich gesagt wurscht. Wenn mir die Rolle Spaß macht, mach ich alles gern. Und das ist hier in Beelitz der Fall.

Was würden Sie sagen: Weshalb sollten die Menschen unbedingt hier nach Beelitz kommen, um sich den Maxe Baumann anzuschauen?

Die Menschen aus der Umgebung sollen einmal spüren, wie toll das hier in Beelitz ist: Der Zusammenhalt ist wie schon gesagt im Publikum greifbar, wenn man von außerhalb kommt. Und dann kommt die tolle Stimmung hinzu, man läuft vorher ja durch den wunderschönen Stadtpark. Da wird das Ganze einen echten Eventcharakter haben. Und dazu kann man einfach abschalten und sich an Maxe Baumann erinnern oder auf das Stück einlassen, wenn man es noch nicht kennt. Es wird ein Abend, der Spaß und Lust vermitteln soll. Einfach mal Fröhlichkeit und dieses Beelitzer Gefühl genießen: So ein schöner, kleinerer Ort stellt so etwas auf die Beine. Das ist doch einfach toll!