„Es war eine unwahrscheinliche Begeisterung beim Publikum“
Giso Weißbach über Maxe Baumann und seine Eindrücke von Beelitz
Herr Weißbach, Sie feiern im August ihr 60-jähriges Bühnenjubiläum. Ist es Zufall, dass Sie zu dieser Zeit in Beelitz auf der Bühne stehen werden?
Woher wissen Sie das? Nein, Spaß beiseite. Vor zehn Jahren zum 50. Jubiläum bin ich in Annaberg auf der Naturbühne Greifensteine zum Botschafter des Erzgebirges ernannt worden. Ich bin gespannt, was hier in Beelitz passiert. Alexander Schäfer hat mich angesprochen, ob ich nicht hier bei „Maxe Baumann“ mitspielen will. Da habe ich sofort zugesagt. Der Stoff hat mich gereizt. Er war schließlich extrem erfolgreich zu DDR-Zeiten und ist bis heute aktuell und bei den Menschen beliebt.
Sie spielen den Ferdinand Holz, der gegen die Hochzeit seiner Tochter und Maxes Enkel ist. In der Fernsehserie wird die Rolle vom großen Rolf Herricht verkörpert. Werden Sie sich nahe an dessen Interpretation halten?
Ich werde mich nur bedingt an ihn anlehnen, vielleicht ein paar seiner Aktionen und Gesten übernehmen. Wir spielen das Ganze ja in einer neuen Fassung, moderner inszeniert. Ich habe Rolf Herricht sehr verehrt. Aber er hat immer den Komiker gespielt. Das ist nicht meine Art.
Das Publikum kennt Sie aus mehr als 40 Film- und Fernsehproduktionen, vielfach waren Sie etwa im Polizeiruf 110. Worin liegt für Sie der besondere Reiz, mit „Maxe Baumann – Ferien ohne Ende“ jetzt eine Fernsehproduktion auf die Freilichtbühne zu bringen?
Maxe Baumann ist sowohl bei der Jugend als auch bei den Älteren sehr bekannt, das Stück ist generationsübergreifend. Da liegt es doch nahe, das ganze mal auf eine Freilichtbühne zu bringen und wieder einem großem Publikum zu zeigen.
Maxe Baumann kann als frisch gebackener Rentner seiner neuen Freizeit ja nicht viel abgewinnen und muss sich immer beschäftigen – mit chaotischen Folgen. Wie sieht das bei Ihnen aus? Können Sie Müßiggang?
Wenig. Ich bin zwar schon längst Rentner, aber Müßiggang kenne ich nicht. Ich bin immer aktiv und möchte es auch bleiben. Das hält gesund und fit.
Warum sollte man sich die Inszenierung auf keinen Fall entgehen lassen?
Das Stück ist so bekannt, das wird ein absolutes Highlight! Ich denke, es wird ein Anziehungspunkt für das Publikum. Ich war ja beim Spargelfest dabei mit vielen Kollegen, wir sind beim Umzug in Kutschen mitgefahren und waren anschließend noch auf der Bühne. Da war eine unwahrscheinliche Begeisterung beim Publikum! Die Menschen haben uns von allen Seiten applaudiert. Ich denke, wenn wir auch nur eine ähnliche Stimmung bekommen wie beim Spargelfest, können wir sehr glücklich sein.
Kennen Sie solche Feste und Begeisterung der Menschen auch aus anderen Städten, oder ist das in Beelitz für Sie besonders gewesen?
In dieser Form habe ich das bisher nur in Beelitz erlebt. In meiner alten Heimat, dem Erzgebirge, sind die Menschen ja auch sehr zugänglich. Ich bin früher oft auf der Naturbühne Greifensteine aufgetreten und habe die Zuneigung der Menschen genossen. Ich denke, das könnte in Beelitz auch so sein. Ich kannte die Stadt vom Namen und durch das Spargelfest. Zudem haben mir viele Kollegen, die schon bei den Festspielen vergangener Jahre dabei waren, von Beelitz vorgeschwärmt. Ich muss sagen: Beelitz hat sich seit einigen Jahren einen richtig tollen Namen gemacht! Ich freue mich, hier dabei zu sein.


