Eine neue Chance für den Sprung ins Berufsleben

Eine neue Chance für den Sprung ins Berufsleben

Es ist ein wichtiger Schritt hin zum Schulabschluss und einem guten Start ins Berufsleben: In den Räumen des früheren Ringcafés im Platanenring werden seit Monatsanfang zwölf Jugendliche in zwei Gruppen unterstützt. Das Projekt „P.U.C. – Praxis, Unterricht und Chancengleichheit“ hat in den großzügigen Räumen eine neue Heimat gefunden.

Das Projekt richtet sich an Schüler, deren Abschluss gefährdet ist, weil sie dem Unterricht nicht folgen können, die Mitarbeit verweigern oder besondere Unterstützung benötigen. „Die Jugendlichen haben alle ein schweres Päckchen zu tragen“, sagt Kerstin Schneider, Projektverantwortliche bei der Job gGmbH. Seit 2007 ist die Oberschule Beelitz Kooperationsschule für das Projekt, das im Rahmen der Richtlinie „Projekt Schule / Jugendhilfe 2030“ durch das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Landes Brandenburg und des Landkreises Potsdam-Mittelmark gefördert wird.

Unterricht im PUK-Projekt

Unterricht in kleiner Gruppe

v.l. Stefanie George Seyda Kerstin Schneider Katrin Guetschow

v.l. Stefanie George-Seyda, Kerstin Schneider, Katrin Gütschow

Montags und dienstags sind die Jugendlichen generell in ihren Ausbildungsbetrieben, mittwochs bis freitags dann in Beelitz. Bis Ende Mai waren die Projekträume zeitweise in Seddiner See. „Da wir zum Jahresanfang die Hortbetreuung im neuen Hort Abenteuerland zentralisieren konnten, sind die Räume im Ringcafé frei geworden. Wir haben sie entsprechend hergerichtet, sodass die Jugendlichen jetzt in direkter Nähe zur Oberschule ihr Zuhause haben“, sagt Antje Lempke, die Fachbereichsleitung für Jugend und Soziales. Für die Jugendlichen ist der neue Standort deutlich besser, da viele Betriebe im Zentrum der Stadt liegen, die bereit sind, sie mit Praktikumsplätzen zu unterstützen. Auch für die Lehrer der Oberschule, die gemeinsam mit den Sozialpädagoginnen Stefanie George-Seyda und Katrin Gütschow für den Erfolg des Projektes sorgen, ist der neue Standort eine deutliche Erleichterung.

Rund 250 Jugendliche haben beim Projekt bisher eine individuelle Förderung erhalten. „Wir haben eine Erfolgsquote von etwa 98 Prozent“, beschreibt Projektleiterin Schneider. Und Sozialpädagogin George-Seyda gibt einige Beispiele: „Wir haben Schüler, die mit einer klassischen Unterrichtssituation überfordert sind. Deshalb setzen wir verstärkt auf Praktika und den direkten Draht zu Ausbildungsbetrieben. Auch dieses Jahr haben wieder Schüler von ihrem Praktikumsbetrieb direkt einen Ausbildungsvertrag angeboten bekommen. Andere, deren 9. Klasse-Abschluss gefährdet war, haben jetzt eine Empfehlung fürs Gymnasium.“