Ein Stadtrundgang für überall und jederzeit

Ein Stadtrundgang für überall

Das Rathaus, die Alte Posthalterei, die Alte Brauerei – schon jetzt haben Spaziergänger in der Altstadt die Möglichkeit, mehr über die geschichtsträchtigen Häuser in Beelitz zu erfahren. Auf dezenten Glastafeln an den Fassaden sind seit knapp zehn Jahren die wichtigsten Daten, ein historisches Bild und einige weitere Informationen zusammengefasst. Demnächst wird man sich vor Ort auch Filme zu den Gebäuden anschauen können: Über einen sogenannten QR-Code, der sich mit dem Mobiltelefon einscannen lässt, gelangt man dann auf eine Internetseite, auf der die Dokumentationen abrufbar sind.

Elf professionelle Kurzfilme mit einer Spieldauer zwischen zwei und zweieinhalb Minuten hat die Stadt jetzt von der Firma „märzdesign“ produzieren lassen. Darunter sind zunächst Dokumentationen zur einstigen Feuerwache am Kirchplatz, zur Posthalterei und Brauerei, zum Deutschen Haus, dem Schulgebäude am Lustgarten, dem Amtsgericht, dem ehemaligen Hotel Zum Goldenen Stern, zum Hotel Stadt Beelitz, dem Rathaus, der Kirche und der einstigen Wassermühle. Insgesamt handelt es sich um Gebäude, die mit Städtebaumitteln saniert worden sind oder derzeit saniert werden. Die Kosten für die Produktionen werden deshalb auch zu hundert Prozent aus der Städtebauförderung von Bund und Land finanziert.

„Die Filme sind kleine Schätze geworden, welche die historischen Fotos gekonnt in Szene setzen und mit den heutigen Ansichten verbinden“

„Die Filme sind kleine Schätze geworden, welche die historischen Fotos gekonnt in Szene setzen und mit den heutigen Ansichten verbinden“, resümiert Bürgermeister Bernhard Knuth. „Besonders gelungen finde ich, dass auch Akteure aus Beelitz zu Wort kommen.“ So gibt es zur Alten Wache einen O-Ton von Feuerwehrmann Wolfgang Kotsch, der sich hervorragend mit der Geschichte der Beelitzer Wehr auskennt, oder von Gastronom Peter Wardin als Inhaber der Alten Brauerei in der Mühlenstraße. Auch Stadtführerin Isolde Komm gibt Erläuterungen zu einzelnen Gebäuden und natürlich Justine Remus, die in der Stadtverwaltung für die Museen zuständig ist und das Filmprojekt inhaltlich begleitet hat.

Und so erfährt der Zuschauer spannende und für ihn vielleicht bislang unbekannte Anekdoten über rauschende Karnevalsfeiern zu DDR-Zeiten im Saal des „Schwarzen Adlers“, den es heute gar nicht mehr gibt, oder über die nahezu unveränderte Arrestzelle im einstigen Amtsgerichtsgebäude, die es heute noch gibt, die aber – obwohl hier das Polizeirevier untergebracht ist – nicht mehr genutzt wird. Untermalt werden die Filme mit professionell eingesprochenen Texten und mit Drohnenflügen, welche die Bauwerke auch von oben zeigen.

Derzeit wird an der Internetplattform gearbeitet, auf welcher die Filme bereitgestellt werden. Die wird dann auch direkt vom heimischen PC aus aufgerufen werden können, falls man den nächsten Besuch in Beelitz nicht mehr abwarten kann. Einen Vorgeschmack gibt es schon mal auf unserer Stadthomepage, wo wir zwei Filme unter dem entsprechenden News-Beitrag bereits zur Verfügung stellen. Es wird auch nicht bei den elf Filmen bleiben: Weitere Produktionen wird es unter anderem zum einstigen Verlagsgebäude in der Poststraße 19, zum Schmiedehof sowie der Berliner Straße und der Poststraße insgesamt geben.

Mit dieser Form des Stadtrundganges soll übrigens nicht nur für den Besuch in Beelitz geworben, sondern auch die Zeit der Kontaktbeschränkungen ein wenig überbrückt werden: Da Reisen derzeit ausfallen müssen, kann jeder von überall aus die Spargelstadt ein wenig erkunden, und das auch ohne selbst vor Ort sein zu müssen.